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Skulpturenpfad

 

Kunst in den Stümpfelbacher Weinbergen

Strümpfelbachs künstlerische Schätze


Wenn Sie uns im "Viertelesreich vor den

Toren Stuttgart" besuchen,

sollten Sie viel Zeit mit-bringen. Denn wer

Strümpfelbach mit seinem

historischen Fachwerkensemble

kennenlernen möchte, darf nicht eilen.

Vor allem Strümpfelbachs künstlerische

Schätze entdeckt man erst auf den zweiten

Blick: Versteckt in lauschigen Winkeln,

auf Brunnen und in Gärten findet man

Figuren der Bildhauer

Fritz und Karl-Ulrich Nuss.

Insbesondere die Formenvielfalt im

Nuss'schen Skulpturengarten

ist überwältigend. Er kann die Schöpferfülle

der Künstler kaum mehr fassen. Deshalb

begegnen uns rund um das Anwesen auf

Mäuerchen, in Nachbargärten und am

Wegesrand ihre bronzenen Kunstwerke.

Skulpturenpfad in den Weinbergen

Im April 2001 hat Karl-Ulrich Nuss den

Skulpturengarten um einen Skulpturenpfad

in die Weinberge erweitert. Inzwischen

begleiten 24 Objekte aus Bronze, Stahl,

Stein und Holz diesen Pfad, der in

der Presse überschwänglich

als "Garten Eden der Kunst"

bezeichnet wurde

Werke aus drei Künstlergenerationen

säumen den Weg durch die Weinberge:

Neunzehn Bronzefiguren vom

Initiator des Skulpturen-pfades, Karl-Ulrich

Nuss (geb. 1943). "Liegender", "Flügel

gestutzt" und "Sonde" – in Stein gehauene

Arbeiten Christoph Traubs (geb. 1964)j

sowie "Horchender" und "Schöpfende",

zwei Bronzeplastiken von Professor Fritz

Nuss (1907 bis 1999), Vater von

Karl-Ulrich Nuss und Großvater von Christoph Traub.


 

Wir freuen uns, dass gerade diese Skulptur

in unserem Weinberg ihren Platz gefunden

hat. Denn wir nehmen die entspannt

ruhende Figur gerne als Symbol für das,

was wir auch mit unseren Weinen

vermitteln wollen:

Gelassenes, könnerhaftes Geniessen.

Und in diesem Sinne laden wir alle Kunst-

und Weinfreunde zu einem

unvergesslichen Besuch zu uns nach

Strümpfelbach ein!

Die Wegstrecke des Skulpturenpfades


Bereits auf dem Weg von unserem

Weingut zum Nuss'schen Anwesen

entdeckt der aufmerksame Spaziergänger

drei ältere Werke von Fritz Nuss,

alle drei zum Thema Wein: Zuerst den

"Zecher" auf dem Rosenbrünnele,

nach etwa zweihundert Metern rechts im

Gebüsch einen alten Bildstock mit

biblischem Bezug und ein paar Schritte

weiter auf der linken Straßenseite 

einen in Stein gehauenen Weingärtner.

Kurz darauf, gegen-über dem Gasthaus

Traube biegt man rechts in

einen steilen Weg ein. Dort ist das

Anwesen der Künstlerfamilie nicht zu

verfehlen, zieren doch seinen

Vorgarten mehrere lebensgroße Bronze-

skulpturen.

Wo der private Skulpturengarten endet und

der öffentliche Skulpturenpfad beginnt,

wissen nur Eingeweihte. Den Übergang

kennzeichnen die Bronzearbeiten

"Mann mit Brett", "Flöter im Baum" und

wenige Schritte

weiter, wie hingegossen auf einer Mauer,

ein "Liegender".

Der Weg führt in einer tief eingeschnittenen

Klinge vorbei am "Schaf" zum "Ziegenbock".

Dieser überblickt stolz die "Böck", wie

die ihn umgebenden Weinberge heissen.

Von dort geht es weiter, vorbei am

"Liegenden" aus Marmor, hoch in die

Weinberge. Das Ende des steilsten

Wegabschnittes markiert eine abstrakte

Figur mit dem Titel "Flügel gestutzt", von den

Einheimischen liebevoll "s' Bonbole" genannt

(ein ganz ähnliches Motiv ziert den Kreisel

beim Krankenhaus in Waiblingen).

 

Beim "Bonbole" wendet man sich nach links,

kommt an der "Lesenden" vorbei zum

Vogelkopf, einer

Steinformation mit herrlichem Ausblick auf

Strümpfelbach und das ganze Remstal.

Hier beim "Horchenden" 

möchte man bleiben und mit ihm

sinnend und träumend ins Land schauen.

Aber der Strecke führt weiter in die

Höhe, von der bereits der

"Seher" auf seinem hohen Pfahl zwischen

Weidenbüschen grüßt. Unterwegs zu ihm

passieren wir die

"Schöpfende", 

 

 

eine Figur, die Manchem bereits auf einem

Brunnen in Grunbach begegnet ist.

Majestätisch steht die "Frau mit Gans"

kurz vor dem höchsten Punkt des 

Skulpturenpfades, den die

Figurengruppe "Dialog" an exponierter

Stelle krönt. Ab hier wandert man in

bequemen Serpentinen ins Tal zurück.

Nach wenigen Schritten entdecken wir 

"Europa mit dem Stier" und

"Lea mit dem Schwan", zwei ausgesprochen

erotische Figurenpaare

die sich auf die griechische Mythologie

beziehen. Die Diskrepanz zwischen

ihrer ungezügelter Lust und den in

ihrer Nähe arbeitenden

schwäbischen Wengertern ist

spannungsvoll. Auf dem weiteren

Weg begegnet uns zuerst die "Sonde", eine

Arbeit aus Stein und Holz, sie scheint

verwandt mit den Pfosten und Pfählen

der sie umgebenden Weinberge.

In einer Spitzkehre ragt eine schlanke

Gestalt in den Himmel. Diese sich in einen

Ölbaum verwandelnde "Daphne" ist wiederum

eine Figur aus der griechischen Mythologie.

Später treffen wir auf zwei üppige

Frauen-gestalten,eine "Sitzende" und

eben die "Liegende" in unserem

Weinberg. Schließlich kommen wir wieder

zum "Ziegenbock" und betrachten dort

die "Begegnung" näher. Der "Ziegenbock"

und die "Begegnung", miteinander

betrachtet, bilden eine idyllische

Silhouette vor dem weiten Häusermeer

des Remstales.

Den Weg zurück zum Ausgangspunkt

markiert ein "Baccus", als Ursache

seiner Körperfülle lassen sich sowohl

andauerndem Genuss als

auch einer ausgeprägten

Bindegewebsschwäche

vermuten. Nach etwa einer Stunde

schließt sich der Kreis beim einem

stehenden und einem sitzenden

"Liebespaar" sowie einem "Liegenden",

dessen Form mit der "Liegenden"

in unserem Weinberg eng korrespondiert.

Wir befinden uns jetzt wieder gegenüber

Karl-Ulrich Nuss' Galeriehaus, an dessen

Eingang wir nochmals einen Blick in den

verträumt geheimnisvollen Figurengarten

zu werfen versuchen.

Die Stadt Weinstadt hat einen Bildband

zum Skulpturenpfad herausgegeben.

In stimmungs-vollen jahreszeitlichen Bildern

werden alle Skulpturen vorgestellt. 


Sie erhalten den Bildband beim Kulturamt der

Stadt Weinstadt, Pfahlbühlstraße 12,

71384 Weinstadt-Großheppach,

oder telefonisch unter (07151) 693 – 276